“YIN und YANG und die 4 Jahreszeiten sind der Anfang und das Ende
eines jeden Dinges;
sie sind die Wurzel von Leben und von Tod.
Wer gegen das Prinzip von YIN und YANG lebt wird sein Leben zerstören, wer mit ihm lebt wird in Harmonie leben.”


Nei Jing, Su Wen, Kap.2

 

 

 

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist die Heilkunde, welche in China vor etwa 3000 Jahren vom gelben Kaiser in Schriften begründet und weiterentwickelt worden ist. Die chinesische Heilkunst war im gesamten ostasiatischen Raum, insbesondere auch Korea und Japan (Kampo Medizin) mit ihren eigenen Entwicklungen verbreitet.

Zu den therapeutischen Verfahren der chinesischen Medizin zählen die Arzneitherapie (Phytotherapie), die Akupunktur inklusive Moxibustion, Massagetechniken wie Tuina Anmo und SHIATSU, Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan und einer am Wirkprofil der Nahrungsmittel und Kräuter ausgerichteten Diätetik (Heilkost nach 5 Elementen).


Die 5 Wandlungsphasen

Die TCM basiert auf dem System der 5 Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser), inspiriert vom geschlossenen, sich stetig wandelnden Kreislauf der Natur. Alle Wandlungsphasen stehen nach klaren Regeln miteinander in Verbindung und wirken aufeinander ein (siehe Abbildung links). Dabei werden jedem Element zwei Meridiane, zwei Organe, Emotionen und weiter Aspekte unseres Lebens zugeordnet.

Sind einzelne Wandlungsphasen durch äussere oder innere Umstände, wie Stress, Klima, Ernährung oder schädliche Denkmuster geschwächt oder blockiert, entsteht ein Unterbruch des harmonischen Flusses. Dies ist der Beginn von Krankheit.
Durch gezielte Stärkung einzelner Wandlungsphasen oder durch das lösen von Blockaden, kann sich das System wieder selbständig harmonisieren. Dies zeigt sich in körperlich, seelischer und geistiger Gesundheit.

Yin und Yang

Yin und Yang bezeichnen zwei polare Gegensätze. Zwischen diesen zwei Urkräften, die zusammen immer das Ganze ergeben, spielt sich unser Leben ab.
Bei Yang handelt es sich um das männliche Prinzip, den Himmel, die aktive Kraft, bei Yin um das weibliche, die Erde, das Empfangende. Der Übergang von Yin zu Yang ist dabei fliessend. Yin und Yang sind keine festen Werte und stehen immer in Relation zueinander, können also nicht isoliert voneinander betrachtet werden.

Sind diese beiden Kräfte im Gleichgewicht und im harmonischen Wechsel miteinander verbunden, so ist auch unsere Gesundheit in einem selbstheilenden Gleichgewicht. Nimmt eine der Kräfte Überhand zum Beispiel bei zu viel Aktivismus und zu wenig Ruhephasen über einen längeren Zeitraum, wird die andere Kraft geschwächt. Ein krankmachendes Ungleichgewicht entsteht.

 

Die Merdiansysteme

Neben den 12 Hauptmeridianen, in denen unsere Lebensenergie (Chi) durch unseren Körper fliesst, gibt es weitere Systeme, die auf unsere Gesundheit und unser Ganz sein auf den verschiedenen Ebenen Einfluss nehmen.

  • 12 Hauptmeridiane - untereinander vernetzte Transportbahnen des Chi
  • 8 ausserordentliche Gefässe - Besinnung auf unser usprüngliches Wesen
  • divergente Leitbahnen - die inneren Verläufe der Meridiane durch die Organe
  • TMM-Meridiane - ZIrkulation des Abwehr-Chi
  • Luo Gefässe - oberflächliche Blutzirkulation der Meridiane

5 Wandlungsphasen
12 Meridiane


Holz:
Leber / Gallenblase / Wut, Geduld, Wachstum, Entfaltung, Vision, Frühling, saurer Geschmack

Feuer:
Herz / Herzkreislauf / Dünndarm / 3-fach Erwärmer / Liebe, Lust, Reden, Pupertät, Sommer, bitterer Geschmack

Erde:
Milz / Magen / Sorgen, Mitgefühl, Familie, Mitte, Spätsommer, Übergänge, süsser Geschmack

Metall:
Lunge / Dickdarm / Trauer, Gerechtigkeit, Kommunikation, Herbst, scharfer Geschmack

Wasser:
Blase / Niere / Angst, Mut, Urvertrauen, Ruhe, Winter, salziger Geschmack